
timelapse
Anton Arensky (1861-1906)
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll
op. 32
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Klaviertrio Nr. 2 e-Moll
op. 67
Lera Auerbach (*1973)
Klaviertrio Nr. 1
op. 28
Wie klingt es, wenn 3 russische KomponistInnen im Abstand von jeweils exakt 50 Jahren ein Werk für die Besetzung Klaviertrio komponieren? The davidoff timelapse lädt die Zuhörer ein auf eine musikalische Zeitreise der besonderen Art.
Ausgangspunkt ist Russland im Jahr 1894: Anton Arensky schreibt im Andenken an den Cellisten Karl Davidoff sein 1. Klaviertrio: ein Werk, das wohl einige der elegischsten Melodien der russischen Spätromantik enthält, in seiner dramatischen Großzügigkeit aber auch ein treffendes Bild seines Erschaffers und dessen Zeit zeichnet. So erlag Arensky in jungen Jahren den Folgen seines von Alkohol und Spielsucht geprägten, ausschweifenden Lebensstils in der damaligen kulturellen Hochburg Sankt Petersburg.
Szenenwechsel, 50 Jahre später: Sankt Petersburg ist nun Leningrad und Lebensmittelpunkt Schostakowitschs. Unter dem Eindruck der Gräuel des 2. Weltkriegs komponiert er im Jahr 1944 ein Klaviertrio in Erinnerung an einen verstorbenen Freund, den Musikkritiker Iwan Sollertinski – eine Komposition, die nicht nur Rückschlüsse auf den schmerzhaften Verlust seines Freundes zulässt, sondern ganz klar auch Ausdruck der Stimmung ist, mit welcher der Komponist seine Gegenwart wahrnahm, massiv unter den Repressalien des stalinistischen Regimes leidend.
Weitere 50 Jahre danach: Die 1973 in Russland geborene Komponistin Lera Auerbach kehrt, ganz Kind des globalisierten Zeitalters, nach einer Konzertreise in die USA nicht mehr in ihr Heimatland zurück. Früh als Wunderkind entdeckt, entwickelt sie an der Juillard School of Music New York ihre Tonsprache weiter und verfasst im Jahr 1994 ein erstes Klaviertrio, in dem neben vielen anderen Einflüssen immer wieder harmonische Strukturen aufblitzen, die auf Schostakowitsch verweisen.